Wenn die Keschtn in der Pfanne springen
Herbstliche Kulinarik zwischen Eisacktal und Pustertal
Törggelen in den Bauernstuben, Kastanienhaine in Rot und Gold, Kürbis auf den Marktständen – der Südtiroler Herbst ist eine Einladung zum Genießen.
Es knistert. In der eisernen Pfanne über der Glut rösten die Kastanien, ein süßlicher Duft zieht durch die Gaststube. Dazu ein Schluck vom jungen Wein, noch trüb im Glas. Die heiße Kastanie tanzt zwischen den Fingern, bis sie abgekühlt ist. Draußen leuchten die Hänge in Kupfer, drinnen wird erzählt, gelacht, angestoßen. So schmeckt der Südtiroler Herbst.
Törggelen heißt dieser Brauch, zu Hause ist er im Eisacktal – wenige Kilometer talauswärts von den Molaris Lodges. Nach der Weinlese öffnen die Gaststuben: Gerstensuppe, Schlutzkrapfen, Hauswürste mit Sauerkraut, süße Krapfen und zum Abschluss die Keschtn, wie die Kastanien hier genannt werden.
Wer den Tag aktiv angehen möchte, wandert vorher ein Stück auf dem Keschtnweg. Vom Kloster Neustift bei Brixen führt er über Vahrn, Feldthurns und Klausen bis nach Bozen, immer entlang uralter Kastanienhaine. Im Oktober liegen dort die stacheligen Igel im Laub. Er ist durchgehend markiert und lässt sich gut in Tagesetappen aufteilen. In den Gasthäusern am Wegesrand warten Kastanienknödel und Kastanienbrot.
Der zweite Herbstkönig: der Kürbis
Während die Kastanien über dem Feuer rösten, hat in den Küchen ein anderer seinen großen Auftritt. Auf den Bauernmärkten der Umgebung leuchten die Kürbisse zwischen Äpfeln, Bergkäse und Bauernbrot: in Brixen mittwochs und samstags, in Bruneck freitags. In den Südtiroler Küchen wird daraus eine samtige Cremesuppe, ein Risotto oder eine Füllung für hausgemachte Ravioli. Kürbis und Kastanie ergänzen sich dabei hervorragend. Süß trifft nussig, Wärme trifft Erdigkeit.
Diese Aromen finden Sie im Herbst auch auf Ihrem Teller in den Molaris Lodges. Gastgeberin Margareth Egger kocht nach Familienrezepten und mit saisonalen Zutaten aus Südtirol. Was beim abendlichen 5-Gänge-Genussmenü serviert wird, richtet sich danach, was die Jahreszeit hergibt. Und danach? Ein letzter Blick von der Terrasse auf die dunklen Umrisse des Gitschbergs. Der Herbst darf ruhig noch etwas bleiben.





