Zeit für Geschichten im Herbst
Hexer, Ritter und Mythen rund um Mühlbach
Ein berühmter Hexenprozess, ein verhexter Rosengarten, drei Jungfrauen am alten Bergsteig – Südtirols Sagen spielen vor der Tür der Molaris Lodges.
Es ist ein Abend im Oktober. Der Nebel liegt tief über dem Pustertal, die Lärchen an den Hängen leuchten golden, irgendwo knackt ein Ast im Wald. Genau jetzt beginnt die Zeit der Geschichten. Denn Südtirol ist ein Land der Sagen, und die schönsten spielen direkt vor der Haustür der Molaris Lodges.
Der Hexer von Mühlbach
Im Herbst 1645 führen sie einen Mann zum Richtplatz zwischen Spinges und Mühlbach. Matthäus Perger, genannt „der Lauterfresser“, weil er flüssige Speisen liebte. Ein fahrender Händler und Astrologe, der lesen konnte. Man wirft ihm vor, das Wetter zu machen, Krankheiten ins Haus und Seuchen in den Stall zu hexen. Auf dem letzten Gang soll er gesagt haben: „Das wird ein heißer Tag heute.“ Sein Verfahren gilt als der berühmteste Hexenprozess Tirols. In den Sagenbüchern des Lands lebt er bis heute weiter.
Der Zwergenkönig und die Rosen
Die berühmteste Sage des Lands spielt eine Autostunde südlich, im Rosengarten. Dort herrschte einst König Laurin über das Volk der Zwerge, das nach Edelsteinen schürfte. Vor seinem Kristallpalast blühten Rosen. Als er Similde entführte, die Tochter des Königs an der Etsch, zogen Dietrich von Bern und seine Ritter aus. Laurin trug einen Gürtel, der ihm die Kraft von zwölf Männern verlieh, und eine Tarnkappe. Doch wo er unsichtbar stand, bewegten sich die Rosen und verrieten ihn. Zornig verfluchte er seinen Garten: Kein Auge sollte ihn je wieder sehen, weder bei Tag noch bei Nacht. Die Dämmerung aber hatte er vergessen. Und deshalb, sagt man, glüht der Rosengarten bei Sonnenuntergang rosarot.
Drei Jungfrauen über Mühlbach
Und dann ist da der alte Steig, der von Mühlbach nach Meransen hinaufführt. Hier sollen drei Jungfrauen auf der Flucht vor dem Hunnenkönig Attila erschöpft zu Boden gesunken sein. Da sprudelte eine Quelle aus dem Fels und ein Kirschbaum neigte ihnen seine Äste entgegen. Die Stelle heißt bis heute Jungfrauenrast, eine kleine Kapelle erinnert daran.
Wer tiefer eintauchen möchte, greift zu den „Dolomitensagen“. Vor über hundert Jahren zog Karl Felix Wolff durch die Täler und schrieb auf, woran sich die Alten noch erinnerten. Ohne ihn wäre vieles davon verklungen. Lesestoff für einen Oktoberabend in den Molaris Lodges: Nebel vor dem Fenster, ein Glas Rotwein neben sich.





